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Unterschätzen Sie die Navigation nicht!

Unterschätzen Sie die Navigation nicht!

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Planen Sie Navigationsleisten, die helfen Inhalte zu finden. Das hört sich banal an? Klingt einfach, ist scheinbar aber nicht so leicht umzusetzen. Ich stolpere hin und wieder über Menüs, die eher Verwirrung stiften und scheinbar den Anspruch, die Seitenbesucher durch den Inhalt zu leiten, aufgegeben haben. Das Menü sollte ein intuitives Erfassen der Themenschwerpunkte ermöglichen.


Mir ist es ein Anliegen sicherzustellen, dass der Benutzer weiß, wo er ist, wo er war und wohin er geht! Der Aufbau und die Logik eines Navigationssystems, dazu können mehrere Menüs zählen, ist ohne Frage einer der wichtigsten Aspekte bei der Entwicklung einer Website. Immer wieder beobachte ich Tendenzen beim Seitenbetreibers von den Webkonventionen abzuweichen. Ich vermute mal, das ist der Wunsch sich abzuheben oder unterliegt einer fachspezifischen Logik seiner Berufswelt. Ich versichere Ihnen es lohnt sich unbedingt an dieser Stelle keine Alleinstellungsmerkmal zu platzieren. Würden Sie in einen Fahrstuhl steigen, dessen Bedienknöpfen nicht einer allgemeinen Logik folgen, und Sie per Knopfdruck in Etagen gebracht werden, deren  Bestimmung Sie nicht begreifen? Stellen Sie sich vor dazu käme noch Termindruck. Sie finden schlichtweg den Meetingraum nicht. Was macht das mit Ihrer Stimmung? Das nächste Meeting wird ganz sicher woanders abgehalten, werden Sie wünschen. Versetzen Sie sich immer an erster Stelle in Ihre Seitenbesucher. Bringen Sie Ihre Vorstellungen auf eine allgemeine Logik. Zeitgetriebene User wollen sich garantiert keinem Intelligenztest ausgesetzt sehen. Sie wollen den Inhalte Ihrer Website erfassen, schnell und intuitiv. Die hier zusammengetragenen Grundlagen zur Navigation werden bei der Entscheidungsfindung helfen.

 

  1. Navigationsplanung

Fragen Sie sich, welche Merkmale die Website aufweist und in welcher Hierarchie Informationen angezeigt werden sollen. Ein Website-Menü in seiner Anfangsphase wird typischerweise als „Sitemap“ bezeichnet und wird als Diagramm oder Tabellenblatt zusammengestellt, um die verschiedenen Informationsebenen anzuzeigen und sich einen visuelle Grundlage von der ersten Idee zu schaffen.

Eine gute Methode zur Menüerstellung kann es sein, die Inhalte der Website zunächst gleichberechtig und einzeln auf Karteikarten zu schreiben. Es finden sich so sehr schnell Themengebiete in denen sich einzelne Punkte bündeln lassen und Hierarchien werden sichtbar. Auch verdeutlicht diese Strategie mit den beweglichen Karten auf einer Arbeitsfläche, wie flexible sich die Inhalte schieben lassen. Das ist auch Realität der Websitestruktur. Eine Navigation ist nicht in Stein gemeißelt. Sie kann jeder Zeit verändert, optimiert werden.

 

  1. Benutzerfreundliche Sprache

Es ist auch wichtig, fürs Menü eine Sprache zu wählen, die verstanden wird. Bei so viel Wettbewerb im Web ist es nicht verwunderlich, dass wir versucht sind, mit unserem Text kreativ zu werden. Wiederstehen Sie diesem Impuls. Möglicherweise ist Ihre Website branchenspezifisch. Vergewissern Sie sich immer, ob auch Ihre Zielgruppe Ihre Sprache spricht. Jeder Menüpunkt, der mehr als eine Sekunde benötigt, um erkannt zu werden, beeinträchtigt die Nutzererfahrung. Wenn Sie wissen möchten, welche Formulierung für Ihre primäre Navigation besser ist, können Sie einige A / B-Tests durchführen. In den meisten Fällen ist es ratsam, wenn Sie Ihre primäre Navigation einfach und leicht verständlich gestalten. Das hat nichts mit langweilig zu tun.

Formatbasierte Navigationspunkte meiden Sie besser. Navigationslabel wie „Videos“, „Fotos“ oder ähnliches zeigen Besuchern das Format des Inhalts an, nicht jedoch das Thema. Menschen gehen ja auch nicht in den Supermarkt und wollen Schraubgläser kaufen. Für gewöhnlich interessieren Sie sich für den Inhalt, Marmelade, Apfelmus oder weiße Bohnen. Etiketten, die das Format angeben, sind keine treffende Beschreibung und daher für Besucher nicht sehr hilfreich.

  1. Erfinde das Rad nicht neu (verwende Webkonventionen)

Konventionen sind erfolgreich. Darum existieren sie. Sobald eine Idee verstanden wird, können wir sagen, wir sprechen die gleiche Sprache. Designkonventionen funktionieren sogar so gut, dass Sie eine Website in einer ganz anderen Sprache betrachten können und sich dennoch gut  zurechtfinden werden. Der einzige Moment, an dem Sie von Konventionen abweichen können, ist der, wenn Sie eine bessere Lösung haben. Aber das muss streng geprüft werden. Testen Sie Ihre Ansätze an Probanden aus. Wird es nicht aus dem Stand verstanden, verwerfen Sie Ihre Ideen.

  1. Primäre Navigation

Die primäre Navigation sollte hervortreten und auf der gesamten Website konsistent sein. Normalerweise wird ein Hauptmenü oben auf der Seite in der Mitte oder links oder rechts neben der Seite angezeigt und auch vom Nutzer erwartet.

  1. Begrenzen Sie die Anzahl der Menüeinträge

Weniger Elemente in der Navigation kommen bei Suchmaschinen und Seitenbesuchern an.  Das
Kurzzeitgedächtnis kann nach Erkenntnis nur sieben Fakten aufgreifen und behalten, plus oder minus zwei. Je mehr Objekte in Ihrer Navigation angezeigt werden, desto schwieriger ist die Informationsaufnahme und -verarbeitung für Ihre Besucher. Optisch ist acht viel mehr als sieben, obwohl nur ein Menüpunkt hinzukommt. Wenn Sie mehr als sieben Elemente verwenden möchten oder gar müssen, sollten Sie diese in Gruppen aufteilen.

Es braucht Entscheidungskraft sich von Menüpunkten zu trennen. Aber glauben Sie mir, es gibt elegante Lösungen dafür. Lassen Sie sich überzeugen, denn jedes Mal, wenn Sie einen Menüeintrag entfernen, wird alles übrige sichtbarer und wird wahrscheinlich auch eher berücksichtigt werden.

  1. Reihenfolge der Menüpunkte

Wie bei jeder Auflistung sind die Elemente am Anfang und am Ende am wirkungsvollsten, da hier Aufmerksamkeit und Informationsaufnahme am höchsten sind. Man spricht vom seriellen Positionseffekt in der Lernpsychologie.

Aus diesem Grund macht es Sinn zu überlegen, welche wichtigen Themenpunkte man am Anfang oder am Ende unserer Navigation setzen sollte. Finden Sie Themen, die für Besucher am wichtigsten sein können.  Geben Sie dem Seitenbesucher zuerst das, was er möchte und sucht, und danach platzieren Sie das, was Ihnen wichtig ist mitzuteilen.

Nach einiger Zeit  und mithilfe von Analysetools werden Sie besser einschätzen können, was die Navigation hinsichtlich SEO kann. Anpassungen wie die Benennung der Menüpunkte oder die Anordnung können jeder Zeit vorgenommen werden.

  1. Verknüpfen Sie das Logo wieder mit der Startseite

Es mag inzwischen für viele eine Selbstverständlichkeit sein, das Logo als Link zurück zur Homepage einzusetzen. Nicht selten jedoch trifft man noch auf Websites, die diese Funktion nicht berücksichtigt haben. Erwartungsgemäß befinden sich Logos in der oberen linken Ecke oder in der Mitte entlang der Oberseite.

  1. Responsive Navigation

Responsive Design gilt als eine der besten Möglichkeiten, um Ihre Website auf jedem Gerät gut aussehen zu lassen. Als auffälliger Teil dieses flexiblen Layouts gilt die Navigation. Komplexe Navigationsleisten schrumpfen zusammen zum sogenannten Hamburger Menü, ein Symbol von drei horizontalen Linien. Das Hamburger Menü ist eine Möglichkeit die Navigation zu symbolisieren ohne selbst viel Platz in Anspruch zu nehmen.

  1. Der Footer oder zu Deutsch der Fußbereich

Im Allgemeinen ist dieser Bereich für Datenschutz und rechtliche Links reserviert, aber es werden auch Newsletter-Anmeldeoptionen, Adressdetails und soziale Links eingebunden. Mitunter suchen Nutzer eine vollständige Sitemap in der Fußzeile. Große Websites oder Websites aus dem Einzelhandel nutzen den Fußbereich gern, um dort begleitenden Service unterzubringen, Social Media Buttons anzuzeigen oder Zahlungsmethoden vorzustellen. Eine große Fußzeile kann nicht nur hilfreiche Links aufnehmen sondern auch als Gestaltungselement zum Einsatz kommen.

  1. Feste (Sticky) Navigation

Eine Sticky Navigation ist im Wesentlichen ein Website-Menü, das an Ort und Stelle fest verankert ist. Es verschwindet nicht beim Scrollen der Seite. Die Navigation bleibt sichtbar am oberen Bildschirmrand. Gelegentlich ziehen sich die fest anhaftenden Navigationsleisten etwas zusammen und bilden dann nur noch eine verkleinerte Version vom Logo ab oder verzichten ganz aufs Logo, während der Nutzer die Seite scrollt.

  1. Kennzeichnen Sie, wo man sich gerade auf der Seite befindet

Es gibt einem ein gutes Gefühl, wenn Sie sehen können, wo Sie sich innerhalb einer Website befinden. Das kann über hervorgehobene Menüpunkte geschehen oder über eine implementierte Breadcrump, eine visualisierter Pfand, der die Websitstruktur an der aktuellen Stelle nachvollziehbar macht.

  1. Wann man Mega-Menüs einsetzt

Mega-Menüs sind große Navigationsfenster, die normalerweise aus der Hauptnavigationsleiste „herausfallen“ also als Submenü aufklappen. Obwohl sie nicht für jede Site geeignet sind, können Mega-Menüs eine gute Navigationsdienst für den Benutzer schaffen. Der Hauptvorteil eines Mega-Menüs ist, dass Sie die Anzeige vieler Optionen auf einmal ermöglichen. Mega-Menüs können Symbole und Bilder sowie eine typografische Hierarchie verwenden, um das Scannen zu erleichtern. Wann sind sie nützlich? Mega-Menüs funktionieren gut für Einzelhandelsseiten. Die Kategorielisten können umfangreich sein. In einem Standard-Dropdown-Menü wäre die Übersichtlichkeit kaum herstellbar. Mega-Menüs ermöglichen den Inhalt einer Website im Überblick zu erfassen.